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Santon-Untercampan im Gebiet südlich von Gosau: Stratigraphie, Tektonik, Sequenzstratigraphie und Foraminiferen

Michaela Trenkwalder 1, Karl Krainer 1, Diethard Sanders 1 & Michael Wagreich 2

1 Institut für Geologie und Paläontologie; Universität Innsbruck, Innrain 52, A-6020 Innsbruck; 2 Institut für Geologie, Universität Wien, Althanstrasse 14, A-1090 Wien

Das Oberkreide-Becken von Gosau-Rußbach weist am Südrand große Mächtigkeits- und Faziesunterschiede auf, bedingt durch synsedimentäre Störungen. Die Untere Gosau Subgruppe mit einer etwa 1000 m mächtigen mergeligen Beckenfazies geht hier lateral in die Untersberg Formation (karbonatische Küstenfazies des "Untersberger Marmors") mit einer Mächtigkeit von 30 bis 50 m über. Darüber folgt ein Reliefausgleich mit Tiefwassersedimenten der Ressen Formation. Im Rahmen einer Diplomarbeit, gefördert durch ein Stipendium der Universität Innsbruck, wird dieser Bereich neu aufgenommen und mikropaläontologisch detailliert untersucht. Dabei stehen folgende Fragestellungen im Vordergrund:

- Kartierung im Bereich des Süd- und Ostrandes des Beckens

Kontakte Untersberg Formation zu Unterer und Oberer Gosau und Beckenuntergrund

- Tektonik & Strukturdaten

synsedimentäre Störungen am Beckenrand

Spaltenfüllungen im Untergrund

- Biostratigraphie (v.a. Foraminiferen): Santon-Campan-Grenzbereich gekennzeichnet durch beschleunigte Evolution von Planktonforaminiferen (Ersteinsetzen von Globotruncanita und Globotruncana-Gruppe, Aussterben von Dicarinella- und Sigalia-Gruppe) und kalkigem Nannoplankton (Ersteinsetzen von Broinsonia parca-Gruppe, Evolution von Holococcolithen, Aussterben von Marthasterites furcatus).

- Palökologie und Paläozeanographie mit Foraminiferen und Ostrakoden

rasche Abtiefung im Untercampan von seichtem Neritikum ins obere bis mittlere Bathyal

Foraminiferen-Vergesellschaftungen an einer Sequenzgrenze

Faunen-Vergesellschaftung im Grenzbereich tropischer/gemäßigter Zone

Einfluß kühler Meeresströmungen am Nordrand der Tethys?

- Sequenzstratigraphie

Sequenzgrenze am Top der Hochmoosschichten - Sandkalkbank (Highstand System Tract) mit Konglomeraten und subaerischer Exposition am Beckenrand, dann Lowstand System Tract (?) und Transgressive System Tract mit Bibereckschichten. Foraminiferen an einer Sequenzgrenze. Geometrie der Bibereckschichten im TST

Begleitende Untersuchungen zur Biostratigraphie (v. a. Ammoniten, Inoceramen, Nannoplankton) und Magnetostratigraphie des Obersantons-Untercampans werden im Rahmen des IGCP-Projektes 362 durchgeführt.