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Sedimentologie der letztinterglazialen bis Mittelwürm-zeitlichen Seesedimente von Mondsee

Hans Georg KRENMAYR

Die sedimentologische Analyse von drei Bohrkernen durch die international bedeutende Abfolge von pleistozänen Seesedimenten bei Mondsee ermöglichte die Rekonstruktion eines flach progradierenden Deltakörpers, wobei alle drei Faziesbereiche eines GILBERT-Deltas nachweisbar sind.

Detaillierte Korngrößenuntersuchungen lassen auf einen Transport der sandigen Sedimentanteile als Bodenfracht und in gradierter Suspension in kleinen Rinnen schließen. Die feinkörnigen Sedimentanteile wurde vermutlich in Form von underflows transportiert.

Von besonderem Interesse sind die in mehreren Horizonten erbohrten Kalkgyttjen, die auf Phasen bzw. Sedimentationsräume mit äußerst geringem klastischen Eintrag schließen lassen. Dünnschliff- und elektronenmikroskopische Untersuchungen ergaben, daß es sich um gemischt-genetisches Material aus epilimnetischer Karbonatfällung (ausgelöst durch Diatomeen-blooms) und von kalkigen Inkrutationen auf Characcen handelt.

Durch die genaue palynologisch-stratigraphische Bearbeitung der Kernprofile lassen sich detaillierte Aussagen über die Sedimentationsdynamik wie Schichtlücken, klimatische Steuerung und Seespiegelschwankungen treffen.

Literatur: Krenmayr, H.G., 2000: Sedimentologie der letztinterglazialen bis Mittelwürm-zeitlichen Seesedimente von Mondsee. – Mitt. Komm.Quartärforsch., 12, 19. Abb., 2 Tab., 1 Taf., Wien.

  

Addresse: Dr. H.G. Krenmayr, Geol. B.-A., Rasumofskyg. 23, 1031-Wien, Tel. 01-7125674-232, e-mail: krehan@cc.geolba.ac.at