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Frühdiagenetische Veränderungen an rezenten Korallenskeletten im Arabischen Golf (Dubai,VAE)

Greiss Mourad, Riegl Bernhard, Piller Werner

Institut für Geologie und Paläontologie, Karl-Franzenz-Universität Graz, Heinrichstrasse 26, 8010 Graz

 Zwischen Mai und August 1996 führte eine Erhöhung der durchschnittlichen Oberflächenwassertemperatur im südlichen Arabischen Golf zu einem Massensterben der vorhandenen Korallen (hauptsächlich Acropora sp.). Die massive Bautätigkeit in dieser Gegend (Hotelanlagen, Hafenanlage von Jebel Ali) und den dadurch resultierenden Sedimenteintrag dürften den Prozeß beschleunigt haben.

Eine Kartierung des Meeresbodens im Bereich von Jebel Ali (Dubai) vor (1995) und nach (1998) dem Massensterben ergab eine Reduzierung der rahmenbildenden Korallen um fast 90 %.

Im November 1999 wurden Proben von abgestorbenen Korallen genommen, um diese mit jenen zu vergleichen, die im Oktober 1995 gesammelt wurden. Frühe konstruktive Prozesse (Zementation, Bewuchs durch Rotalgen) stehen den destruktiven (bohrende und grasende Organismen) gegenüber.

Der Bewuchs der abgestorbenen Korallen durch Bivalven (Chama sp., Spondylus sp.) führt zu einer Erhöhung der Karbonatmasse.

Beobachtungen im Gelände und Untersuchungen am Probenmaterial lassen eine Abfolge der konstruktiven und destruktiven Prozesse erkennen: Seeigel grasen die Korallen ab und erodieren die Oberfläche. Die Skelette werden relativ schnell von Bivalven (Chama sp.) besiedelt und von clioniden Schwämmen und Bivalven angebohrt. Danach erfolgt eine "Überwucherung" der Skelette durch Bivalven, Bryozoen, Gastropoden und Korallen.

Die Volumszunahme durch Aufwuchs verglichen mit der Volumsabnahme durch Erosion ergibt eine deutliche Vergrößerung der Karbonatmasse.