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UNTERSUCHUNG DES MARINEN EINFLUSSES IN DEN BECKEN DER NORISCHEN SENKE

Astrid Weiss

Montanuniversität Leoben, Institut für Geowissenschaften, Peter-Tunner-Straße 5, A-8700 Leoben

 Während der lateralen Extrusion der Ostalpen im Miozän entstanden im weiteren Bereich des sinistralen E-W streichenden Mur-Mürz Störungssystems inneralpine pull apart Becken, welche wie eine Kette aneinandergereiht, die Norische Senke bilden. Im Rahmen einer Diplomarbeit soll das Ablagerungsmilieu der neogenen Sedimente in den kohleführenden Becken entlang des Mur-Mürz Störungssystems untersucht werden. Die Arbeit soll klären, ob und wann es sich bei den untersuchten Sedimenten um marine, brackisch beeinflusste, oder lakustrine Ablagerungen handelt.

Die methodische Bearbeitung der jeweiligen Proben beinhaltet die Analyse von Kohlenstoff- und Schwefelgehalten mit Hilfe eines Leco Gerätes. Dabei weist insbesondere das Corg/Stot-Verhältnis auf das Milieu der Sedimentation hin. Um die Interpretation hinsichtlich Pyritentstehung zu verbessern, wird noch eine Bestimmung Fe-Gehaltes durchgeführt. Aus den Pyrolysedaten kann die Art des organischen Materials mittels Wasserstoffindex HI, welcher den Wasserstoffanteil des Kerogens wiederspiegelt, abgeleitet werden. Tmax ist dabei ein Reifeparameter. Es wurden an ausgewählten Proben Kohlenstoff-Isotopenuntersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse einer organisch-geochemischen Untersuchung sind noch ausständig.

Aus dem miozänen Fohnsdorfer Becken, dem größten intramontanen Becken der Ostalpen, wurden die Cuttings der Bohrungen Gabelhofen Thermal 1, mit einer Teufe von 1100 m am Nordwesten des Beckens gelegen, und Weißkirchen im südlichen Teil des Beckens, mit 740 m Teufe, untersucht. Zusätzlich erfolgte die Neuaufnahme des "Ingeringprofils", welches zur Zeit über eine Mächtigkeit von ca. 350 m aufgeschlossen ist. Die Bohrung Gabelhofen zeigt im Liegenden, der Ingering-Formation, niedrige Corg/Stot Verhältnisse und hohe HI Werte. Zwischen 600 m und 500 m erhöht sich das Corg/Stot Verhältnis, während ein Absinken des Corg und HI beobachtet wird. Dies wird als Aussüßung eines brackischen Sees gedeutet. Das Ingeringprofil zeigt im Liegenden hohe HI-Werte bis zu 486 mgHC/gTOC, die dann zum Hangenden hin stark abfallende Tendenz haben, und sich um 50 mgHC/gTOC einpegeln. Das Corg/Stot Verhältnis hat innerhalb der Aufschlüsse die Tendenz zum Hangenden hin anzusteigen, wobei die Ursache noch nicht vollständig geklärt ist.

Aus dem Aflenzer Becken wurden Cuttings aus dem Tertiär der Bohrung Aflenz Thermal II bis zu einer Teufe von 290 m verwendet. Die HI Werte sinken von 300 mgHC/gTOC im Liegenden auf 70 mgHC/gTOC in einer Tiefe von 180 m wo ein Sprung zu 330 mgHC/gTOC erfolgt. Zum Hangenden sinkt der HI schließlich auf 150 mgHC/gTOC ab. Die Corg/Stot Verhältnisse sind im Liegenden im Mittel unter 2,8 und steigen zum Hangenden hin an. Untergeordnete Schwankungen bedürfen allerdings noch einer detaillierten Interpretation. Ergebnisse und Interpretationen der restlichen Analysen liegen zur Zeit noch nicht vor.