Zurück zu den Abstracts des ÖSW 6

Sedimentäre Fazies der Ingering-Formation (Miozän) des Fohnsdorfer Beckens (Ostalpen)

BECHTEL, A.1, WEISS, A.1, SACHSENHOFER, R.F.1, GRUBER, W.1, GRATZER, R.1 & PÜTTMANN, W.2

1Montanuniversität Leoben, Institut für Geowissenschaften, Peter-Tunner-Str. 5, A-8700 Leoben, Austria; 2Institut für Mineralogie - Umweltanalytik, J.W.Goethe-Universität, Georg-Voigt-Str. 14, D-60054 Frankfurt a.M., Germany

Die Geochemie und Isotopie (C, O) von Cuttingproben der Bohrung Gabelhofen erlaubt die Rekonstruktion der Ablagerungsbedingungen der miozänen Ingering-Formation. Den Abschluss der liegenden Fohnsdorf-Formation bildet ein 15 m mächtiges Kohleflöz. Erhöhte Subsidenzraten führten zum Ertrinken des Moores und zur Bildung eines mehrere hundert Meter tiefen Sees, der von den mehr als 1500 m mächtigen Sedimenten der Ingering-Formation aufgefüllt wurde.

Die liegenden Feinklastika der Ingering-Formation zeichnen sich durch hohe Gehalte an organischem Kohlenstoff und Schwefel aus. Corg/Stot Verhältnisse um 2,8 sind ein Hinweis, auf einen anhaltenden brackischen Einfluß. Hohe Wasserstoffindizes (HI) und niedrige C/N-Verhältnisse der organischen Substanz sprechen für einen signifikanten Beitrag von Algen zur Biomasse. Der Beitrag von Landpflanzen zur organischen Substanz ist geringer als in den hangenden Schichten und durch hohe Absolutgehalte von Koniferen-Biomarkern charakterisiert. Die d13C und d18O Werte der Kalzite lassen auf Brackwasserbedingungen schließen. Die gute Korrelation der d13C - d18O Daten spricht für ein geschlossenes Becken. Die d13C Werte der organischen Substanz (-27,4 bis -25,2 ‰) sind mit einem relativ hohen Anteil von aquatischen Algen vereinbar. Ein generell gleichlaufender Trend der C-Isotopie der Karbonate und der organischen Substanz in diesem Teufenbereich spricht für Bioproduktivitätszyklen als steuernden Faktor.

Zum Hangenden steigende Corg/Stot Verhältnisse werden als Aussüßungstrend interpretiert. Niedrige HI und erhöhte C/N Verhältnisse sprechen für einen zunehmend Eintrag von Landpflanzenmaterial. Organisch geochemische Parameter weisen ebenfalls auf ein Abklingen des brackischen Einflusses und einen verminderten Anteil von Algen an der Biomasse hin. Die Flora im Sedimentationsraum wird nun durch Angiospermen dominiert. Die Kalzite zeigen d13C und d18O Werte die für Frischwasser-Karbonate charakteristisch sind. Die Isotopie des organischen Kohlenstoffs (-25,7 bis -23,9 ‰) weist eine geringe Variabilität mit einem Überwiegen isotopisch schwererer Werte auf. Eine mit diesen Daten übereinstimmende C-Isotopie (-24,0 ‰) wurde an einer Kohleprobe der Fohnsdorf-Formation gemessen. Es erscheint daher wahrscheinlich, daß die d13C Werte im Hangenden den erhöhten Anteil von terrestrischem organischen Material widerspiegeln.