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Phanerozoische tektonothermische Entwicklung des Arabischen-Nubischen Schildes in der Ägyptischen Ost-Wüste (zwischen 24° -26° östlicher Länge): Spaltspuren und Paläostress Untersuchungen

BOJAR, A.-V., FRITZ, H., KARGL, S. & UNZOG, W.

Institut für Geologie und Paläontologie, Karl-Franzens-Universität Graz, Heinrichstraße 26, A-8010 Graz

Die post Pan-Afrikanische Entwicklung des Arabischen/Nubischen Schildes in der Ägyptischen Ost-Wüste wurde mittels großmaßstäblicher tektonischer Untersuchungen und Spalt Spur Datierungen rekonstruiert. Die Ergebnisse zeigen, dass es nach der Pan-Afrikanische Orogenese zu vertikalen Bewegungen in der Oberkruste und Exhumierung des Schildes gekommen ist. Datierungen von Apatit, Zirkon und Titanit zeigen zwei Exhumierungs- Episoden. Die Titanit Alter liegen zwischen 399 und 410 Ma, die von und von Zirkon zwischen 315 und 366 Ma. Die Daten werden als Oberdevonisches bis Unterkarbones thermotektonisches Ereignis interpretiert. Die Verformung, Hebung und Erosion in diesem Zeitraum ist Resultat eines Intra-Platten Spannungsfeldes das auf die Kollision von Gondwana mit Laurussia (Spätes Devon) zurückgeführt werden kann.

Apatit Spalt-Spur Datierungen zeigen, dass die zweite Abkühlungs Phase während des Spät-Oligozäns begonnen hat. Diese Phase war mit Extension, Rift-Flanken Hebung und Erosion entlang des aktuellen Randes des Roten Meers verbunden. Strukturelle Daten vom neoproterozoischen Basement und Oberkretazischen bis Tertiären Sedimenten zeigen zwei Stadien in der Entwicklung des Riftes:

1) Kreide strike-slip Tektonik mit subhorizontalem s1 (ONO/WSW), s3 (NNW/SSO), und subvertikalem s2 hat zur Entwicklung kleiner pull-apart Becken geführt. Die Becken Achsen sind parallel mit dem generellen Trend der Pan-Afrikanischen Strukturen die als "stress guides" agiert haben.

2) Im Oligozän und Miozän hat sich das Stressfeld in Richtung horizontaler NO-SW Extension und subvertikalem s1 ver-ändert. Der Zusammenhang zwischen Strukturen, sedi-mentären Ablagerungen und Spaltspur Datierungen zeigt, dass in dieser Phase die Verformung, die Flankenhebung und die Erosion praktisch gleichzeitig begonnen haben.