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Kurzer Statusbericht des Projektes P 13739 GEO - Palynologie und Fazies-Untersuchungen an miozänen Ökosystemen

HOFMANN, C.

Institut für Paläontologie, Geozentrum, Althanstr. 14, 1090 Wien, Austria

- Sedimente des Korneuburger Beckens (insbesondere vom Teiritzberg; Karpat) wurden untesucht. Die relativ diverse Mikroflora aus den unterschiedlichen Proben ist mit Ausnahme von zwei Taxa recht typisch für das Karpat. Die beiden Ausnahmen, Calamus (die Rattanpalme) und Avicennia (die Schwarze Mangrove), bezeugen ein kurzzeitiges, küstennahes Wärmeereignis während des Karpat. Die organische Fazies weist auf zwei Ablagerungsbereiche: ein küstennaher, brackisch beeinflußter evt. Mangrove-artiger Bereich und typische Süßwasser Feuchtbiotope (swamps, ponds, etc).

- Proben aus dem Kohlerevier Hausruck (Bohrungen Lukasberg und Kalletsberg, Heißlerstollen und Haselstaude; Ober Sarmat-Mittelpannon) wurden u.a. im Rahmen einer Diplomarbeit untersucht. Die Mikroflora ist je nach Lokalität relativ artenreich und durch gehäuftes Auftreten von verschiedenen Ericaceae und Mastixia charakterisiert. Die Ericaceae werden als Hinweis für ombrogene Torfbildung angenommen, währenddessen Mastixia ein Relikt des wärmeren Unter- bis Mittel-Miozäns ist. Die organischen Fazies läßt mehrere zyklische Fazieswechsel von minerotrophen Sumpfwald (clastic swamp) zu organotrophen (organic swamp) zu lakustrinen Bedingungen erkennen, die auf lokal unterschiedlichen Subsidenzgeschehen beruhen können.

- Die Untersuchung einer Flachbohrung (280 cm) aus der Nähe von Badersdorf (Burgenland, Mittelpannon) ergab eine zwar von Glyptostrobus dominierte Vegetationsdecke, die aber sehr artenreich war. Die Florenzusammensetzung der unterschiedlichen Proben wurden mit den organischen Faziesdaten korreliert und ergaben fünf Faziesbereiche bzw. Habitate (floating belt of aquatic plants, freshwater marsh, wet prairie, floodplain forest, natural levee forest, organic swamp forest) die durch hydrologische Bedingungen und organische Akkumulation gesteuert wurden.

- Ein ca. 30m langes Profil in der Lekagrube bei Mataschen (Fehring, Mittelpannon) wurde aufgenommen und beprobt. Die Mikroflora ist oft nicht gut erhalten, kann aber als recht artenreich angesprochen werden. Im unteren Teil herrschen deutlich brackische Verhältnisse (marine Ingressionen, Dinoflagellaten und viel Pyrit) vor, die zum Hangenden verschwinden. Die Dateninterpretation ist noch im Gange.

- Bohrungen aus dem Salzacher Kohlerevier (Trimmelkam) ergaben sehr schlecht erhaltene Mikrofloren.