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ÜBER EINE EINFACHE SCHÄTZUNG VON UMWELTGRADIENTEN

Johann Hohenegger
Institut für Paläontologie, Universität Wien

Das vorgestellte Verfahren ermöglicht die Schätzung von Paläogradienten. Anhand des Auftretens von Variablen in einem Objekt können die Werte des Umweltgradienten für dieses Objekt ermittelt werden. In den meisten Fällen werden Organismen als Variablen und Proben als Objekte herangezogen, es können aber auch morphologische Merkmale als Variablen und Organismengruppen als Objekte verwendet werden.

Das hier vorgestellte Verfahren basiert auf der Kenntnis der grundlegenden Verteilung (Grundgesamtheit) von Variablen entlang des Gradienten. Im Falle von Organismengruppen wie der biologischen Art entspricht das den fundamentalen ökologischen Nischen entlang des Gradienten. Basierend auf diesen Verteilungen lassen sich die Gradientenwerte von Objekten (Proben) durch ein gewichtetes arithmetisches Mittel der Verteilungsparameter schätzen. Diese Schätzung betont Variablen mit geringer Streuung gegenüber Variablen mit breiter Streuung. Das vorgestellte Verfahren benötigt somit keine Informationen über Häufigkeiten, allein das Vorhandensein von Variablen zählt.

Da in geologischen Proben oft eine Vermischung von Variablen auftritt, (z.B. durch Transport, Bioturbation, Aufarbeitung von Sedimenten bewirkt), die sich unter natürlichen Gegebenheiten ausschließen, wurde ein objektives Kriterium zur Ausschließung dieser Variablen entwickelt.

Das neue Verfahren wird anhand der Tiefenverteilungen von lebenden Großforaminiferen und deren leeren Gehäusen getestet, sowie an der Tiefenverteilung lebender benthischer Foraminiferen am Kontinentalabhang von W-Afrika überprüft.