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ZUR TAPHONOMIE VON GROSSFORAMINIFEREN

Elza Kostadinova Iordanova
Institut für Paläontologie, Universität Wien

Es wurden zwei Transekte mit unterschiedlicher Morphologie von 5m bis 100m untersucht, um den Transportgrad bei Grossforaminiferen zu erfassen. Das erste Transekt wird mit zunehmender Tiefe steiler, während das zweite flacher wird. Der Unterschied in den Verteilungsparametern zwischen den lebenden Formen und leeren Gehäusen ermöglicht die Abschätzung der Transportintensität. Diese hängt von der lokalen Topographie und geographischen Situation ab. Die oberen Bereichen des Riffhanges bis 20m werden bei normalen Wetterbedingungen durch Wellenbewegungen beeinflusst, während in tieferen Bereichen Gezeiten- und Ozeanströmungen einwirken. Weiters beeinflussen die Steilheit des Hanges und die unterschiedliche Schwebfähigkeit der Gehäuse den Tiefentransport. Die Kombination dieser drei Faktoren führt zur unterschiedlicher Transportintensität und Mischung von leeren Gehäusen.

Die Gehäuse von Alveolinella quoyi und Amphisorus hemprichii werden wegen ihrer hohen Schwebfähigkeit weit in die Tiefe transportiert. Einen geringeren Transportgrad zeigt Heterostegina depressa. Individuen, die ihr Habitatsoptimum in den größeren Tiefen erreichen (Planostegina operculinoides) sind kaum transportiert, werden jedoch durch geringe Sedimentationsraten akkumuliert.

Die Topographie des Hanges und die Position der Küste zu den tropischen Stürme führt zur Ablagerung von allochthonem Material aus den benachbarten seichteren Bereichen. Während der tropischen Stürme können Individuen von Rückriff in das Vorriff transportiert werden. Weiters werden während dieser episodischen Ereignisse Gehäuse aus Reliktsedimenten aufgearbeitet.