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NEUE UNTERSUCHUNGEN AN DER HÖTTINGER BRECCIE BEI INNSBRUCK

Ulrich Obojes & Christoph Spötl

Institut für Geologie und Paläontologie, Universität Innsbruck, Innrain 52, 6020 Innsbruck

Die Höttinger Breccie (verfestigte, alluviale und kolluviale Schuttmassen an den Hängen der Nordkette bei Innsbruck) ist eine äußerst interessante, pleistozäne Sedimentablagerung. Seit Jahrhunderten wird dieses Material aufgrund seiner guten Bearbeitbarkeit, seiner Schönheit und seiner relativ guten Widerstandsfähigkeit gegenüber Witterungseinflüssen als Baustein verwendet.

Auf Grund der Färbung und des Matrix-Anteils wird die ‚Rote Breccie' (Baustein) im unteren Bereich der Nordkette, und die ‚Weisse Breccie' im Bereich ab ca. 1000 m SH, unterschieden. Das höchstgelegene Vorkommen tritt bei ca. 2000 m SH auf.

Die Rotfärbung im unteren Bereich ergibt sich durch das Ausstreichen einer Buntsandsteinlage bei ca. 1100-1400 m SH. Zudem treten zwischen manchen Bänken der ‚Roten Breccie' gelbliche, siltige Lagen mit einer Mächtigkeit von bis zu 15 cm auf. Hierbei dürfte es sich um Löss handeln. Einen besonders markanten Aufschluss von ‚Roter Breccie' stellt der ehemalige Mayr'sche Steinbruch (ca. 800 m SH) dar. Hier lassen sich die Bankung, die Sedimentationsstrukturen und die Lösslagen besonders gut studieren. Petrographische Untersuchungen an Bohrkernen und Dünnschliffen aus diesem Aufschluss zeigen, dass die Breccie fast ausschließlich aus angularen triadischen Karbonatgesteins-Komponenten besteht und nur durch Matrix verfestigt ist. Kalzit-Zemente fanden sich in Dünnschliffen nur in sehr beschränktem Umfang. Anders hingegen der Aufbau der ‚Weissen Breccie': Hier dominiert korngestütztes Gefüge und neben geringen Anteilen an Matrix finden sich isopache, vadose Zemente, die - wie Dünnschliff-Untersuchungen zeigen - oft mehrfach mit Infiltrat (siltige Detrituslagen) wechsellagern.

Der Hauptanteil der lössartigen Proben besteht aus Mittel-bis Grobsilt (60-70%); der Anteil der Sandfraktion beträgt 15-30% und 4-9% bestehen aus der Tonfraktion. Die Lösslagen bestehen nach Röntgendiffraktometrie-Analysen überwiegend aus Quarz, gefolgt von Hellglimmer, Calcit, Dolomit und etwas Feldspat. Der Karbonatgehalt - bestimmt mittels LECO - variiert zwischen 13 und 45 Gew.% .