Menü:

Startseite

1. Einführung >

2. Die Person Franz Hilgendorf

3. Der Steinheimer Kratersee

4. Hilgendorfs Schnecken-Stammbaum

5. Der Stammbaum aus heutiger Sicht

Danksagungen

Literatur

Abbildung - der Stammbaum

140 Jahre Steinheimer Schnecken-Stammbaum:
der älteste fossile Stammbaum aus heutiger Sicht

von Michael W. Rasser
Naturkundemuseum Stuttgart

1. Einführung

Im Jahre 1866, sieben Jahre nach Erscheinen von Darwins Buch über den Ursprung der Arten (1859), veröffentlichte Franz Hilgendorf eine Arbeit über die Stammesgeschichte der mittelmiozänen Schnecken des Steinheimer Beckens. Noch im selben Jahr wurde diese der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorgetragen. Diese Ausführungen wurden im Rahmen der Sitzungsberichte von 1866 schließlich durch einen gezeichneten Schnecken-Stammbaum illustriert ( Hilgendorf 1867). Dieser gilt heute als der älteste Stammbaum von fossilen Organismen und gleichzeitig als Erstnachweis des Darwinismus anhand von fossilem Material ( Reif 1983a, b; Janz 1999).

In den 140 Jahren seit dem ersten Stammbaum hat sich viel getan auf den Gebieten des Darwinismus und der Evolutionstheorie. Die Molekularbiologie hat ihren Teil beigetragen und begründete den Neodarwinismus ( Mayr 2003). Viele Ansätze Darwins wurden bestätigt, andere erweitert. Doch was blieb vom Erstnachweis des Darwinismus an fossilem Material?

Anlässlich dieses 140-jährigen Jubiläums fasst der vorliegende Beitrag die Bedeutung der frühen Erkenntnisse Hilgendorfs zusammen und hinterfragt, was von diesen geblieben ist. Der Stammbaum wird anhand eines in Vergessenheit geratenen und kürzlich wieder entdeckten originalgetreuen Exemplars vom Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart beschrieben.

-> weiter zu Kapitel 2

-----------------------
Text, Fotos und html von Michael W. Rasser
z.T. publiziert in Geologica et Palaeontologica 40