TROPISCHE RIFFE IN DEN KALKALPEN?!

Zwar liegen die Kalkalpen heute in den gemäßigten Breiten, zur Zeit des Jura waren sie aber am Äquator. Dies liegt am Drift der Kontinente: Kontinente wandern, stoßen zusammen um Großkontinente zu bilden, und zerbrechen wieder. Dadurch ändern sich ständig Gestalt und Struktur der Meeresbecken und Landmassen.

paleogeographie.gif (170311 Byte)

Diese Meeresbecken nehmen die durch Verwitterung entstandenen Sedimente von den Kontinenten auf, es bildet sich aber auch direkt im Meer Kalksediment durch marine Organismen - zum Beispiel durch riffbildende Korallen. Während über mindestens 50 Millionen Jahren (unterer und mittlerer Jura) bildeten sich in den Kalkalpen Tiefwassersedimente. Durch regionale, geologische Prozesse kam es im späten Jura zur morphologischen Differenzierung dieses Meeresbeckens und es konnten sich in den Alpen weit verbreitet Flachwassersedimente (sogenannte Karbonatplattformen) mit Plattformriffen bilden, die mit den heutigen Bahamas vergleichbar sind. Allerdings gab es im Jura zum Teil andere Riffbildner als heute. Im Jura der Kalkalpen waren es neben den Korallen vor allem Kalkschwämme, sogenannte Chaetetiden und "Stromatoporoiden". Charakteristisch ist ebenfalls, dass es nur relativ kleine "Fleckenriffe" gab.